Nach Magna nun Peugeot PSA? Was wird aus Opel?

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JR__
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Nach Magna nun Peugeot PSA? Was wird aus Opel?

Beitrag von JR__ » Mi 15. Feb 2017, 08:30

Dachte hier wird schon diskutiert über die Nachricht, das PSA mit GM über die Übernahme von Opel und Vauxhall verhandelt.

Ich fürchte diesmal sieht es sehr bitter aus. Seit letzten Sommer bekommt man immer wieder Berichte darüber, dass die Zukunft mit E-Autos deutlich weniger Mitarbeiter in der Produktion bedarf. Dazu scheint trotz besserer Qualität Opel - aber auch durch massiven KnowHow Abzug durch GM - es nicht geschafft zu haben lukrativ zu werden.

Nun will die eher auch sehr schwach am Markt stehende PSA Opel übernehmen. Was soll dabei rauskommen? Bessere Fahrzeuge sicher nicht. Vielleicht bei Peugeot selber, aber nicht bei Opel.

Meine Befürchtung: PSA zieht das letzte KnowHow aus Opel - und verkauft die Namensrechte nach China :(

Magna empfand ich damals als Chance für Opel!
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Gerrit79
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Beitrag von Gerrit79 » Mi 15. Feb 2017, 10:14

Was mich am meisten beschäfigt: was will PSA, die im gleichen Markt- und Preissegement sind wie Opel, damit erreichen?

Es kann eigentlich nur darum gehen, eine Plattformstrategie durchzusetzen, wie es z.B. VW macht.
Nur durch die reine Formgebung könnte man die Fahrzeuge dann noch unterscheiden. Leider zieht diese Strategie auch einige Synergieffekte nach sich. In Frankreich würde man vermutlich die gut laufenden Kleinwagen produzieren, Opel dann eher die Nischenprodukte.

Das hätte natürlich mittelfristig Folgen für die Opelaner. Standortschließungen und Entlassungen wären vorprogrammiert.

Natürlich sind das nur Mutmaßungen von mir. Allerdings glaube ich, dass PSA durch die Kooperation mit GM/Opel auf den "Geschmack" gekommen ist. Der deutsche Markt ist bisher immer schwierig für die Franzosen gewesen. Ich bin gespannt auf das Ergebnis der Verhandlungen, auch welche Patente GM an PSA verkauft. Für die Marke Opel ist dadurch nichts Gutes zu befürchten.

Gruß, Gerrit

Sepp
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Beitrag von Sepp » Mi 15. Feb 2017, 22:10

Wie schon angesprochen bewegen sich da alle im selben Fahrzeugsegment und noch dazu auf denselben Märkten. Damit ist klar, was man eigentlich von Opel will: die Kunden.

Zu glauben, dass die längerfristig eine parallele Fahrzeugreihe betreiben wollen ist wohl naiv. Man wird bald dazu übergehen, PSA-Modelle mit ein paar Änderungen und einem Blitz vorne dran als Opel zu verkaufen. Die wollen natürlich die Werke in F auslasten, Deutschland wird da nur die Lückenbüßerfunktion haben. Und wenn man die Kunden an PSA gewöhnt hat wird man die Marke Opel weiterverhöckern an Indien oder China.

Also ich sehe da ehrlich keine Zukunftsperspektiven für die Marke Opel. Da wäre es interessanter, wenn z. B. Mercedes oder BMW zuschlagen würden. Da bestünde zumindest die Chance, dass sie Opel neben den "Premiumsegment" weiter die Brot-und-Butter-Autos bauen lassen. Und sich damit die Marktanteile von Opel einverleiben.

Gruß, Sepp
Wer barfuß geht, dem kann man nichts in die Schuhe schieben.

Andi306
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Beitrag von Andi306 » Mi 15. Feb 2017, 23:25

Die Marke Opel hat es in den letzten Jahren nicht einfach gehabt. - Es ist ein bisschen schade zu sehen, dass ein Autohersteller, der eng mit der deutschen Geschichte zusammenhängt und bodenständige wertige Autos baut, solche Schieflagen erlebt, während andere deutsche Autohersteller sich rausnehmen was sie wollen,sich dabei gesund stoßen und die Folgen daraus mehr als übersichtlich sind, siehe zuletzt der Dieselgate von VW.

Die Wechselwirkungen, die aktuell in der Welt zusammentreffen, machen es gerade Opel nicht leicht, u.a. Brexit und die Weltanschaung der Regierung in den USA.- Schade, gerade jetzt wo die Marke aktiv ihr negatives Image aus vergangener Zeit ablegt und eine konkurrenzfähige Modellpalette hat.

Vielleicht ist es perspektivisch kurz bis mittelfristig ein guter Puffer mit PSA, bis sich die Ereignisse in der Welt wieder etwas gelegt haben. Wenn in Zukunft wieder dauerhaft schwarze Zahlen geschrieben werden, kann man sich wieder freikaufen. Und sollte PSA Opel nach Fernost abtreten wollen, so sollte etwas von der "wir schaffen das" -Mentalität auf Opel scheinen.

Tritt der Fall mit PSA wirklich ein, werden wir wohl viele Gemeinsamkeiten bei den Marken entdecken, auch schon angesprochen gemeinsame Plattformen.
Übrigens baugleiche Opel-Franzosen gibts doch längst-
Opel Movano und Renault Master. (nicht PSA)
Die Nutzfahrzeugsparte könnte für PSA interessant sein.

So schnell wird die Makre Opel nicht verschwinden und in dieser schnelllebigen Welt sollte man das mit der Übernahme vielleicht auch nicht zu eng sehen.
PSA Motoren wurden oder werden aktuell in vielen Modellen markenübergreifend verwendet Mini/BMW , Mazda, Ford... vorrangig Diesel
btw:
Und wenn die Besitzer einer neuen Mercedes A-Klasse (welches ich ein schönes Auto finde) sich näher mit Ihrem Benz beschäftigen, könnte der Ein- oder Andere ganz schnell an schlimmen "Status Symptomen" leiden, nur mal am Rande, nicht PSA-aber Renault bzw. Dacia (googelt mal den Motorcode OM607 ;) )

Meine Meinung zu dem Thema.

Gruß- Andi

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Beitrag von JR__ » Do 16. Feb 2017, 08:20

Das ist klar. Wer sich mit den verschiedensten JointVentures beschäftigt, findet überall gleiche Einzelteile. War nicht BMW eine Zeitlang mit Peugot Dieselmotoren ausgestattet? Und der Mini fährt mit Toyota Dieselmotoren...

Das sieht aber der normale Marken treue Kunde nicht!

Ich erwarte auch, dass Opel seine eigenen Modelle schnell nicht mehr weiterentwickeln wird - und durch umetikettierte Peugeot Fahrzeuge ersetzen wird. Zum Teil hat man das heute mit dem Opel Punto (Fiat Corsa).

Noch schlimmer erwarte ich die fernere Zukunft: Bei Elektromotoren wird es sicher nicht mehr so viele Entwickler geben wie heute. Dann beliefern nicht nur eine Hand voll Firmen mit Scheinwerfern und Batterien den Markt, sondern auch mit Batterien und Motoren. Die "Autohersteller" schrauben nur noch das Blech um die Einheitstechnik zusammen...
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Der Sash!
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Beitrag von Der Sash! » Do 23. Feb 2017, 20:47

Schauen wir mal. Die neuesten Berichte machen Hoffnung. :)

Mit-Opel-will-Peugeot-jetzt-General-Motors-angreifen

Gruß, Sascha

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Beitrag von 16vfan » Fr 24. Feb 2017, 00:20

Sehe es auch als Chance das Opel nun auch auf die Märkte kommt ,
welche zuvor von GM geblockt wurden um da die Chevrolet"s zu verkaufen....

PSA sagte ja schon , Made in Germany ist/wäre ein gutes Label......

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Beitrag von JR__ » Fr 24. Feb 2017, 06:56

Ich bin bei solchen Treueschwüren immer sehr vorsichtig. Vor 16 Jahren wurde meine Firma (immer hoch profitabel!) durch eine englische Firma übernommen (wahrscheinlich kennt hier jeder diese Firmen :D ).

Damals waren auch immer wieder Treueschwüre auf Deutschland gegeben worden.

Bis heute gestaltet sich das aber ganz anders. Es wurde alles (Geld und KnowHow) aus einer sehr gesunden Firma heraus gesaugt, und gleichzeitig nur sehr widerspenstig investiert. So "reiten" wir z.B. auf einer inzwischen 16 Jahren alten IT - die für die Millionen Kundenabrechnungen zuständig ist. Für diese gibt es seit über einem Jahrzehnt keine Hardwarekomponenten vom Hersteller, gleichzeitig ist die Auslastung deutlich höher als anfangs geplant. Alles ohne "Netz und doppelten Boden". Wie lange das gut geht...?

Bei Opel kauft PSA noch nicht mal eine profitable (geschweige hoch profitable) Firma. Das einzige was für Opel in Deutschland sprechen könnte sind die Lohnkosten. Die Franzosen genießen ein anderes Sozialsystem. Die Franzosen gehen mit 60 - also 7 Jahre früher in Rente. Außerdem haben die generell nur eine 35 Stunden Arbeitswoche - in Deutschland könnten problemlos wieder 40 Stunden eingeführt werden (Opel hat zuviel Personal, daher bewegen die sich zwischen 30 und 35 Wochenstunden - in schwierigen Zeiten auch unter 30 Stunden). Und Deutschland hat nur noch schwache Gewerkschaften - gerade die IGM mit ihren Politikern an der Spitze glänzt mit allen nur nicht mit gewerkschaftlicher Arbeit. Nur zu den jährlich bis 2 jährlichen Verhandlungsshows wird mal medial auf den "Putz" gehauen. Ganz anders die Gewerkschaften in Frankreich.

Daher rechne ich bei Übernahme nach Ablauf der Schonfrist 2020 mit einer Kehrtwende. Dann werden die Mitarbeiter in England, Deutschland und Frankreich gnadenlos gegeneinander ausgespielt. Und um Opel selber geht es dann überhaupt nicht mehr. Peugeot können Autos bauen. Die Autos sind auch nicht weniger haltbar als Opel, und genauso in der Technik innovativ.

Die Franzosen sorgen nur dafür dass die Modelle wieder schneller vom Markt verschwinden. Dafür reduzieren sie viel früher den Ersatzteilsupport - sehr zur Freude der Shareholder. Schließlich verdient man nur an neuen Fahrzeugen!

Daher gehe ich nicht von einer Weiterführung eine eigenständigen Opel Modellpalette aus. Das wird alles Peugeot werden, mal mit Citroen Logo, mal mit Opel Logo - und ggf. hier und da eine etwas andere Blechfalz...

Und beim Namen hatte Opel in den letzten Jahren nicht wirklich ein glückliches Händchen. Karl, Mokka, Adam und Insignia sind alles andere als gefällige und innovative Namen. Mich wundert, dass die Bundesgleichgestelltenbeauftragte noch nicht interveniert hat: Nur Männernamen? Karl sollte besser Karla heißen :D
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Peugeot 2008 als Opel Crossland vorgestellt

Beitrag von JR__ » Mo 27. Feb 2017, 09:52

Hm, das ging jetzt schnell (oder ist das nur Zufall):

http://www.focus.de/auto/neuheiten/suvs ... 89206.html

Nun ist das erste Peugeot Modell mit Opel Blitz vorgestellt worden. Ob sich der 2008 dadurch in Deutschland besser verkauft? Denke für's erste ja, definitiv. Viele lassen sich allein vom Hersteller Emblem täuschen.

Wir hatten den Peugeot 206 - eigentlich ein gutes Auto. Nur die gefühllose leichtgängige Servolenkung fanden wir schon kriminell gefährlich. Hoffentlich zieht diese Lenkung nun nicht bei "Opel" ein. Das wäre für mich ein Grund keinen Opel-Peugeot mehr zu kaufen :(

Gruß
Jürgen
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Beitrag von Osirus » Mo 27. Feb 2017, 20:05

Das der Corssland X und der folgende Grandland X unterm Blech Franzosen ist, ist lange bekannt, mindestens seit November.
„Dem Ingeniör ist nix zu schwör!“

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